Citroën DS3 Racing S. Loeb, Renault Clio R.S. „sport auto Edition“, Seitenansicht 34 Bilder Zoom

Citroën DS3 Racing S. Loeb vs. Renault Clio R.S. sport auto-Edition: Limitierte Kompaktsportler im Vergleichstest

Gemeinhin fällt der Einstieg in die Sportwagenwelt nicht eben leicht - schon wegen des damit verbundenen finanziellen Aufwandes. Umso mehr erfreut, dass es Ausnahmen gibt. So zum Beispiel die beiden von Citroën und Renault aufgelegten, 207 und 201 PS starken Editionsmodelle, die wir im Test vergleichen.

2004 - mit dieser unübersehbar auf dem Dach des auf 200 Stück limitierten Editionsmodells auf Basis des Citroen DS3 Racing prangenden Jahreszahl hat Citroën die Nase knapp vor dem Renault Clio R.S. Oder sollen wir sagen hat Sebastian Loeb die Nase klar vor sport auto?

Langjährige Kooperation von Renault und sport auto

Zwar ist auch die Zusammenarbeit von Renault und sport auto eine lang bewährte und nur ein Jahr später mit dem ersten, auf 50 Stück limitierten Mégane Trophy Sondermodell plakativ deutlich gewordene. Mit acht Weltmeistertiteln in Folge kann diese deutsch-französische Allianz jedoch nicht aufwarten. Dafür immerhin schon mit dem dritten gemeinsam aufgelegten Sondermodell. Anno 2005 und 2006 wurde dem Mégane die Ehre zuteil, sich mit einer gebürsteten sport auto- Alu-Plakette auf der Mittelkonsole schmücken zu dürfen. Nun ziert der Editions-Ausweis erstmals einen Clio - 201 PS stark, mit zusätzlichen Ausstattungsfeatures versehen und ab 27.900 Euro genau 99 Mal zu haben.

Mit diesem Kampfpreis rangiert der vergleichsweise voll ausgestattete sport auto-Clio ein gutes Stück unter dem stets 33.990 Euro teuren Citroën, bei dem die Modifikationen gegenüber dem Serienmodell moderater ausfallen. Das Navigationssystem MyWay, eine mattschwarze Lackierung mit Struktureffekt, leuchtend rote Kontrapunkte in Form spezieller Aufkleber auf dem Dach sowie Zierleisten an Kühlergrill, Instrumentenbrett und Schalthebelsockel unterscheiden die S. Loeb-Edition vom normalen DS3 Racing.

Sehr sportiv positionierte Modelle

Das ist ausgesprochen schmuck und macht Eindruck. „Hier kommt einer, der es wissen will“, denkt man. Tatsächlich sprechen dann jedoch sowohl das zu weich geratene Sitzgestühl, das in flott durcheilten Kurven Seitenhalt vermissen lässt, als auch das nicht minder kommod abgestimmte Fahrwerk eine andere Sprache. Der ausgeprägten Seitenneigung der knuffigen Karosserie und dem spürbaren Nicken auf der Bremse bleibt der Citroen DS3 Racing auch im Namen des achtfachen Rallye-Weltmeisters treu.
 
Der rechts der informativen und liebevoll designten Instrumenteneinheit montierte Duftspender, der auf Wunsch frühlingsfrische Blumendüfte aus den Lüftungsöffnungen wabern lässt, geht in diesem bewusst sportiv positionierten Umfeld gleichfalls als interessante Ausstattungsoption durch. Renault hat die Schwerpunkte beim sport auto-Editionsmodell im Gegensatz dazu vergleichsweise nüchtern gesetzt. Dem von der Redaktion geäußerten Wunsch nach einer mechanischen Differenzialsperre mochte man aus technischen Gründen zwar nicht entsprechen, dafür bekam der sport auto-Clio R.S. jedoch das ansonsten aufpreispflichtige, deutlich sportiver abgestimmte Cup-Fahrwerk mit auf den eiligen Weg. Zudem trägt das limitierte Sondermodell nunmehr 18 statt 17 Zoll große, Yokohama-bereifte und dunkel lackierte Räder.
 
Dem stämmigen Auftritt kommt das entgegen, dem flotten Vorwärtskommen nicht wirklich. Der größere Abrollumfang des großen Schuhwerks bremst den Zweiliter-Saugmotor-Sportler auf der Messgeraden eher ein, wie die am außergewöhnlich heißen Messtag ermittelten Elastizitäts- und Beschleunigungswerte beweisen.

Messbedingungen sind nicht optimal

Beim Durchbeschleunigen von 80 auf 160 km/h im fünften Gang lässt der mit jungfräulichen 1.700 Kilometern in die Redaktion gerollte Renault Clio R.S. der sport auto-Edition gegenüber dem anno 2010 bei angenehmen 17 statt 31 Grad Außentemperatur angetretenen Renault Clio R.S. Gordini stattliche 3,4 Sekunden liegen. Ein Rückstand, der auch bei der Beschleunigungsmessung Spuren hinterlässt.
 
Der aufgrund der minimalen Laufleistung noch nicht wirklich freie, weil auf Drehzahlen angewiesene Saugmotor bleibt mit 8,1 Sekunden im Standardsprint rund acht Zehntelsekunden hinter den bislang bei sport auto gemessenen Renault Clio R.S.-Modellen zurück. Die vom Werk versprochenen 6,9 Sekunden bis 100 km/h muten in Anbetracht der bisherige Messergebnisse überhaupt recht optimistisch an.

Citroën DS3 Racing ging die Puste aus

Für den von einem 1,6-Liter-Turbomotor auf Touren gebrachten Citroën DS3 Racing gilt prinzipiell Ähnliches. Hier verspricht der Hersteller 6,5 Sekunden für den Standardsprint, hier blieb es beim Anfang April des vergangenen Jahres unternommenen ersten Versuch seitens sport auto bei 6,9 Sekunden. Franzosen scheinen positiv denkende Menschen zu sein.
 
Den am diesjährigen Messtag herrschenden 31 Grad Luft- und 50 Grad Asphalttemperatur musste auch der dank 4.760 Kilometer Laufleistung bereits im Vollbesitz seiner Kräfte befindliche Citroën Tribut zollen. Dem DS3 Racing S. Loeb ging angesichts der extremen Witterung oben heraus gleichfalls spürbar die Puste aus. Mit 7,5 Sekunden von null auf 100 km/h verfehlte der schwarz-rote Franzose die werksseitig getroffene Vorgabe diesmal gleich um eine ganze Sekunde.
 
Wer selbst je bei derart extremen äußeren Bedingungen einen Leichtathletik-Wettkampf bestritten hat, wird den beiden Probanden ihre vermeintliche Schwäche nachsehen. Höchstleistungen sind unter diesen Umständen wahrlich nicht drin. Angesichts zu wenig zuvor absolvierter Trainingseinheiten (siehe Renault) erst recht nicht.

Renault Clio R.S. „sport auto Edition mach Spaß

Am hohen Spaßpotenzial beider Autos ändert dies freilich ebenso wenig wie die hier wie da deutlich über den zuvor gemessenen Testwagen rangierenden Hockenheim-Rundenzeiten. Sowohl der Clio R.S. „sport auto Edition“ als auch der DS3 Racing S. Loeb sind ausgesprochen pfiffige und muntere Spielkameraden für die junge und jung gebliebene Klientel.
 
Mit allem an Bord, was das Autofahrerleben leichter macht (Klima- und Entertainmentanlagen, Sportsitzen, Bluetooth-Telefonie, etc.) wiegen die knapp und gut vier Meter langen zweitürigen Fronttriebler immer noch gerade einmal 1.203 (Citroën) respektive 1.286 Kilogramm (Renault). Das verspricht auch abseits öffentlicher Straßen Fahrspaß pur. Tatsächlich ist jener hier wie da geboten, wenngleich in durchaus eigenständigen Ausprägungen, die abseits des im Test ermittelten absoluten Zahlenwerks als charakteristisch und zutreffend durchgehen.
 
Beginnen wir mit dem Renault. Entsprechend des vielfältigen Motorsport-Knowhows der Franzosen geht der Clio R.S. der sport auto-Edition die ihm auf der Rennstrecke gestellten Aufgaben nüchternpragmatisch an. Die Seitenneigung der Karosserie ist minimal, die Bremse zupackend und standfest, das Fahrverhalten weitgehend neutral.
 
Prinzipiell ist der 201 PS starke Clio somit ein Fall für jedermann und rundum Einsteiger-tauglich. Einzige Einschränkung: Bei harsch vorgetragenen Anbremsmanövern bleibt das Heck nicht immer in der Spur, neigt zum Tänzeln. Antriebseinflüsse in der Lenkung sind beim Clio kein Thema, wohl aber der aus den bereits genannten Gründen etwas müde wirkende Motor. Im Fall des noch nicht ausreichend bewegten Testwagens ist das Herz zu schwach für den exzellent austrainierten Body des Kompaktsportlers.

Citroën und Loeb im Paket unschlagbar

Beim Citroën verhält es sich hingegen eher andersherum. Das kleinvolumige Turbomotörchen überzeugt, der Körper drum herum könnte gut und gerne etwas muskulöser sein, in schnell durchfahrenen Ecken und beim Anbremsen mehr Spannung bewahren. Gleiches gilt für die optischgut konturierten Sportsitze, deren Seitenwangen unter Last aber die Biege machen. Guter Seitenhalt sieht anders aus. Die Bremse hält und ist gut dosierbar, packt aber etwas weniger beherzt zu als jene des Clio. Außerdem macht über Bodenwellen das ABS auf. Dass der DS3 unterm Strich schneller ist, schmerzt uns und zeigt einmal mehr, dass Citroën und Loeb im Paket unschlagbar sind.

Autor

Foto

Rossen Gargolov

Datum

25. Dezember 2012
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 08/2012.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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