DTM-Tourenwagen vs. Super GT: Sumo-Renner aus Japan

Nissan GT-R Super GT 2012

Die DTM-Tourenwagen könnten bereits 2014 gegen die Super GT-Renner aus Japan antreten. Wenn die neue Kooperation funktioniert, kommen die Sumo-Bomber nach Deutschland. Wir zeigen Ihnen, auf welche Konkurrenz sich Mercedes, Audi und BMW einstellen müssen.

Die DTM war Jahre lang eine ziemlich eintönige Angelegenheit - zumindest was die Vielfalt der Teilnehmer anging. Seit dieser Saison ist mit BMW immerhin ein dritter Hersteller am Start. Aber immer noch trauern viele Fans den guten alten Zeiten in den 80er und 90er Jahren nach, als teilweise bis zu fünf verschiedene Marken werksseitig vertreten waren.

Honda, Nissan & Toyota in der DTM?

Doch schon bald könnten die deutschen Premium-Hersteller etwas Konkurrenz bekommen. Die DTM hat eine Kooperation mit der japanischen Super GT-Serie vereinbart, die es den Teilnehmern erlauben soll, schon ab 2014 wechselseitig an Meisterschaftsläufen zu starten. Man will ein einheitliches Reglement erarbeiten, um die unterschiedlichen Boliden von Honda, Nissan und Toyota gemeinsam mit ihren deutschen Pendants auf einer Strecke antreten zu lassen.

Was in der Theorie gut klingt, könnte sich aber als unlösbare Aufgabe herausstellen. Mit einem Start der Kooperation 2014 haben sich die Organisatoren selbst unter Druck gesetzt. Allerdings wurde für das erste Jahr bereits angekündigt, dass die Autos mittels eines Balance of Performance-Systems künstlich angeglichen werden. Ob man später irgendwann ein Reglement erarbeiten kann, unter dem Autos in beiden Rennserien ohne größere Umbauten wechselseitig starten können, bleibt zweifelhaft.

Große Unterschiede zwischen DTM und SuperGT

Die größte Baustelle ist wohl der Motor. Die DTM setzt auf 4,0 Liter V8 Einheitsaggregate. In Japan ist die große GT500-Klasse aktuell mit 3,4 Liter V8 Triebwerken unterwegs. Allerdings planen die Super GT-Verantwortlichen ein Downsizing auf Zwei-Liter-Turbos ab der Saison 2014. Ob die DTM so schnell mitziehen kann, ist unwahrscheinlich. Auch der Einsatz von Hybrid-Systemen ist sowohl in Japan als auch in Deutschland in der Diskussion.

In der DTM sind die Autos generell mit vielen Einheitsteilen ausgerüstet - sowohl mechanisch als auch aerodynamisch - bis hin zum Monocoque. Damit sparen die drei Hersteller Geld in Bereichen, die der Fan sowieso nicht sieht. Außerdem wird dadurch die Chancengleichheit gewahrt. Eine weitere Baustelle sind die unterschiedlichen Reifendimensionen. In Japan liefern verschiedene Hersteller die Gummis, in Deutschland hat Hankook das Alleinversorgungsrecht.

Beim Versuch auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, müssen die Verhandlungspartner auch die Interessen der US Grand-Am-Serie im Hinterkopf behalten. Neben Japan und Deutschland soll die zukünftige DTM-Generation irgendwann einmal auch in Amerika starten.

In unserer Fotogalerie stellen wir Ihnen die Autos der japanischen Super GT-Serie näher vor.

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