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Formel 1 - GP England 2012: Webber holt Saisonsieg Nr. 2

Red Bull-Pilot Mark Webber holt sich nach einem spannenden Rennen in Silverstone seinen zweiten Saisonsieg. Fernando Alonso (Ferrari) und Sebastian Vettel (Red Bull) folgen auf den Plätzen.

Mark Webber heißt der König von England. Nach 2010 sicherte sich der Australier schon den zweiten Sieg in Silverstone. Es ist zugleich der zweite Saisonsieg für den Routinier, der nicht weit von dem Traditionskurs entfernt in Aylesbury wohnt. Allerdings wurde es dem 35-Jährigen am Rennsonntag nicht leicht gemacht.

Zunächst sorgte das wechselhafte Wetter wieder einmal für eine Überraschung. Nachdem zuvor fast das gesamte Wochenende auf nassem Asphalt gefahren wurde, schien pünktlich zum Rennen plötzlich die Sonne. Bei Asphalttemperaturen von 30°C mussten sich die Fahrer und Ingenieure schnell auf die neuen Bedingungen einstellen.

Webber und Alonso auf unterschiedlichen Strategien

Webber begann das Rennen auf weichen Reifen, Fernando Alonso startete von der Pole Position auf der harten Mischung. Nach dem gewonnenen Start sah es zunächst so aus als könne der Ferrari das Rennen kontrollieren und seinen dritten Saisonsieg einfahren. Doch im letzten Stint spielten wieder einmal die Reifen den Spielverderber für Alonso.

Vier Runden vor Schluss setzte Webber schließlich zum entscheidenden Manöver an. Mit seinen harten Reifen hatte der Red Bull in der Brooklands-Kurve mehr Grip als der strauchelnde Ferrari und zog schließlich vorbei.

"Wir haben nie aufgegeben und immer Druck gemacht. Am Ende hat es sich ausgezahlt", erklärte Webber anschließend beim Interview mit Jackie Stewart auf dem Podium. "Ich hatte eine gute Gelegenheit, und die ließ ich mir heute nicht nehmen."

Alonso fügte an: "Das war sehr eng heute. Es hat leider nicht ganz gereicht. Aber wir haben immerhin wertvolle Punkte für die WM-Wertung gesammelt. Wir hatten heute leider nicht ganz die Pace. Insgesamt sind wir aber zufrieden mit den Verbesserungen am Auto. Wir haben den letzten Schritt gemacht, um den Rückstand aufzuholen.

Vettel kämpft sich auf Rang drei

Alonso konnte am Ende gerade noch so 1,4 Sekunden Vorsprung vor Sebastian Vettel ins Ziel retten. Der Heppenheimer war am Start bereits auf Rang fünf zurückgefallen, konnte sich mit einem frühen ersten Stopp aber direkt auf Rang drei vorarbeiten. Der Schlussspurt kam allerdings etwas zu spät. Vettel konnte keinen Angriff mehr auf Alonso starten.

"Das war ein interessantes Rennen. Mein Start war leider nicht so gut. Aber wir haben uns mit der richtigen Strategie zurückgekämpft. Wenn es noch zwei, drei Runden länger gegangen wäre, hätte ich Fernando vielleicht noch gepackt", fasste der Weltmeister später sein Rennen knapp zusammen. "Mark hat es auf jeden Fall verdient, zu gewinnen. Wir können aber auf jeden Fall zufrieden sein."

Red Bull, Ferrari und Lotus in den Top sechs

Hinter Vettel verpasste Felipe Massa das Podium knapp. Rang vier ist aber immerhin das beste Ergebnis für den Brasilianer in diesem Jahr. Sieben Zehntel Vorsprung rettete der Ferrari-Pilot vor Kimi Räikkönen ins Ziel. Der Finne leistete sich kurz vor Schluss einen kleinen Ausrutscher und konnte deshalb kein Manöver gegen den Ferrari starten.

Auch Räikkönens Teamkollege Romain Grosjean kam nicht ohne Probleme über die 52 Runden von Silverstone. Schon in der Startphase beschädigte sich der Franzose den Frontflügel. Der notwendige Wechsel spülte ihn zunächst ans Ende des Feldes zurück. Mit einer couragierten Aufholjagd bis auf Rang sechs konnte der Youngster aber noch gut Schadensbegrenzung betreiben.

Schumacher fällt von drei auf sieben

Auch Michael Schumacher hatte der guten Pace des Lotus nichts entgegenzusetzen. Die Silberpfeile hatten vom Setup her alles auf die Karte Regen gesetzt. Beim Blick in den Himmel war dem Rekordchampion bereits klar, dass es kein leichtes Rennen werden würde. Von Startplatz drei ging es immer weiter zurück bis auf Rang sieben.

"Es sind heute wichtige Punkte, die zum Ende in der Konstrukteurs-WM noch eine Rolle spielen könnten", suchte der Altmeister nach dem Positiven. "Für meine persönliche Position in der WM wird es wohl keine große Rolle mehr spielen, ob ich heute Siebter oder Achter geworden bin. Alles in Allem war das heute das, was für uns möglich war. Gegen Ende lief es ein wenig besser und dann sind wir auch konkurrenzfähig gewesen."

So konnte Schumi in der Schlussphase immerhin noch den McLaren von Lewis Hamilton überholen. Die McLaren kämpften wie der Mercedes mit einer nicht konkurrenzfähigen Pace im Rennen. Auch Jenson Button auf Rang zehn konnte nicht überzeugen. Beide Engländer verloren ausgerechnet beim Heimspiel wertvollen Boden im Kampf um den WM-Titel. Mitten ins McLaren-Sandwich schob sich noch Williams-Pilot Bruno Senna auf Rang neun.

Sauber ohne Punkte

Dass es für Button überhaupt noch einen WM-Punkt gab, hatte er einem Fehler von Kamui Kobayashi zu verdanken. Der Sauber-Pilot rauschte beim zweiten Boxenstopp in der 38. Runde über die Markierung hinaus und kollidierte mit seinen bereitstehenden Mechanikern. Ein Crew-Mitglied musste danach sogar in ärztliche Behandlung. Kobayashi fiel damit aus den Punkten auf Platz elf.

Auch der zweite Sauber blieb trotz einer sehr guten Pace ohne Zählbares. Sergio Perez legte sich in Runde zwölf mit Williams-Pilot Pastor Maldonado an. Beim Versuch zu überholen wurde der Mexikaner von der Strecke gerumpelt. "Er hat mir keinen Platz gelassen. Er hat einfach keinen Respekt. Er ist ein dummer Fahrer", schimpfte Perez später.

Keine Punkte für Hülkenberg und Rosberg

Auch für Nico Hülkenberg lief der Nachmittag in Silverstone nicht wie erhofft. Bis zur letzten Runde lag der Force India-Pilot noch auf Rang neun. Dann verlor der Rheinländer mit abbauenden Reifen gleich drei Plätze und rollte als zwölfter über die Linie.

Nico Rosberg im zweiten Werks-Mercedes blieb auf Rang 15 ebenfalls ohne Punkte. "Es ist nicht gut gelaufen, ich bin hier hergekommen und dachte, ich fahr aufs Podium und jetzt bin ich 15. Jetzt müssen wir schauen, dass wir uns wieder steigern und in Hockenheim nochmal richtig angreifen. Ich denke, dass die anderen Teams sich besser weiterentwickelt haben. Da müssen wir aufholen." Timo Glock wurde als fünfter Deutscher im Feld 18.

In der WM-Wertung konnte Mark Webber mit seinem zweiten Saisonsieg den Rückstand auf Fernando Alonso verkürzen. 13 WM-Punkte trennen die beiden Routniers nun nur noch. Sebastian Vettel liegt 29 Zähler hinter dem Spanier ebenfalls noch aussichtsreich im Rennen.

Tobias Grüner

Foto

dpa
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