Alles über BMW Alpina B3
Kleinserienhersteller
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BMW Alpina B3 GT3, Frontansicht, Kurvenfahrt 18 Bilder Zoom

BMW Alpina B3 GT3 im Test: Mutiges Sondermodell macht an

Sein, um zu sein und einfach nur Spaß zu haben. Das ist mutig und macht an. So, wie der auf 99 Exemplare limitierte BMW Alpina B3 GT3, mit dem die Allgäuer neue Wege gehen. Nicht komfortabel, sondern sportlich - nicht gediegen, sondern frech. 408 Biturbo-PS und ein voll verstellbares Gewindefahrwerk verleiten im Test zu Sidesteps der lustvollen Art.

Wer Alpina denkt, denkt gediegen-luxuriös und komfortbetont. All jene, denen die hauseigenen Automobile des weiß-blauen Großkonzerns zu wenig speziell oder edel sind, werden alternativ im Zeichen des Propellers in Buchloe bestens bedient.
Wer Alpina denkt, kann aber auch Rennsport denken. Im vergangenen Jahr sicherte sich der im engen Schulterschluss mit BMW agierende Kleinserienhersteller unter der Leitung  von Andreas Bovensiepen mit einem B6 GT3 den Titel in den ADAC GT Masters. Grund genug zu feiern und produktpolitisch neue Wege zu beschreiten.

Limitiertes BMW Alpina B3 Sondermodell GT3

So lange der neue Dreier-BMW im Alpina-Kleid noch auf sich warten lässt, wird Fans der bayerischen Mittelklasse-Baureihe das Leben auf ganz besondere Art versüsst: mit einer auf 99 Stück limitierten, bewusst sportlich ausgelegten Kleinserie des B3. Dann sind auch im Cockpit Frühlingsgefühle angesagt. Die im Normalfall Alcantara-schwarzen Interieurleisten werden durch leuchtend grün lackierte ersetzt und harmonieren in der Folge perfekt mit den stets blau-grünen Alpina-Streifen der serienmäßigen Recaro-Sportsitzschalen.
Der B3 GT3 getaufte Newcomer ist wahlweise in den drei Uni-Lackierungen Saphirschwarz Metallic, Mineralweiß Metallic oder Alpina Blau Metallic oder exklusiv foliert zu haben. In letztgenanntem Fall trägt der 408 PS starke Hecktriebler die markante Farbgebung des GT Masters-Renners und auf Wunsch sogar dessen Startnummer sowie die Sponsorenlogos.

Rennsport-Feeling im BMW Alpina B3 GT3

Apropos serienmäßig: Der 89.899 Euro teure Straßenrenner BMW Alpina B3 GT3 hat es auch sonst in sich. Neben so exotischen Ausstattungsitems wie Dive Plates an der Frontschürze und dem dazu gehörigen Frontsplitter aus Karbon gehört auch ein Heckspoiler aus demselben Material zum aerodynamisch wirksamen Gesamtpaket.
Der Stimme des bei BMW in der Dreier-Reihe inzwischen ausgemusterten echten Biturbo-Reihensechszylinders hilft in diesem kompromisslos sportlichen Umfeld ein von Akrapovic zugelieferter Titan-Endschalldämpfer auf die Sprünge. Fahrdynamisch profitiert der BMW Alpina B3 GT3 von der im Rennsport erprobten Drexler-Sperre, einem in Höhe, Zug- und Druckstufe, sowie Sturz einstellbarem Gewindefahrwerk, sowie einer Hochleistungs-Bremsanlage.
Deren Festsättel (sechs Kolben vorn, vier Kolben hinten) nehmen üppig dimensionierte Bremsscheiben von 380 und 355 Millimeter Durchmesser vorn und hinten in die Zange. Sie lugen leuchtend blau lackiert hinter serienmäßig Michelin Pilot Sport 2-mischbereiften, grauen Vielspeichen-Schmiederädern hervor. Den optional für den BMW Alpina B3 GT3 erhältlichen Radsatz mit Michelin Pilot Sport Cup+ Pneus (5.950 Euro Aufpreis) haben wir uns ebenso wie das für die Rennstrecke optimierte Fahrwerkssetup mit größeren Sturzwerten für den Supertest aufgehoben.
Beim ersten Test in Hockenheim soll das sportliche Topmodell der B3-Baureihe erst einmal im Straßentrimm zeigen, was in ihm steckt. Das erlaubt einen direkten Vergleich mit den von den zivilen Brüdern B3 (360 PS) und B3 S (400 PS) anno 2009 und 2010 vorgelegten Werten. Beide Autos gingen damals mit identischen Reifen an den Start. Und beide Autos waren auf dem Kleinen Kurs überraschenderweise nahezu gleich schnell. Aufgrund der vergleichsweise starken Untersteuerneigung des später getesteten S-Modells fielen die Rundenzeiten auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim mit 1.16,1 und 1.16,2 Minuten beinahe identisch aus.

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Fahrwerk des BMW Alpina B3 GT3 verlangt Fingerspitzengefühl

Der fahrwerksseitig grundlegend modifizierte BMW Alpina B3 GT3 reiht sich naheliegenderweise nicht in den Gleichschritt ein. Das gegenüber dem Serien-B im Alltag deutlich ruppigere Abroll- und Federungsverhalten zeigt auf dem Kleinen Kurs nachhaltig positive Wirkung. Wer Kurven rechtzeitig anbremst, mit eher moderatem Tempo einlenkt und somit das bei zu hohen Eingangsgeschwindigkeiten zu verzeichnende Untersteuern minimiert, wird für seine Zurückhaltung unterm Strich mit einer ordentlich flotten Rundenzeit von 1.14,2 Minuten belohnt.
Eine gewisse Eingewöhnung erfordert der BMW Alpina B3 GT3 in Straßenkonfiguration indes schon. Von der bereits erwähnten Umschiffung des Kurveneingangsuntersteuerns über das im Falle eines allzu unbedarft getretenen Gaspedals zu notierende Power Oversteering beim Herausbeschleunigen bis hin zum Bremsverhalten will der grellbunte Alpina nämlich verstanden sein.
Zwar wurde die mit deutlich größeren Scheiben versehene Bremsanlage bewusst auf eine höhere Standfestigkeit hin ausgelegt. Die ABS-Abstimmung selbst wurde jedoch nur feinjustiert, nicht aber komplett überarbeitet. Deshalb fallen die durchschnittlichen Verzögerungswerte im Test bei der Standard-Bremsprüfung mit mittleren 10,4 m/s² insgesamt einen Tick verhaltener aus als bei den zuvor gemessenen Standard-B3. Und deshalb empfiehlt es sich, zwecks Erzielung der bestmöglichen Rundenzeit bei der Zeitenhatz außerhalb des ABS-Regelbereichs zu bleiben. Das überaus präzise Ansprechverhalten des Bremspedals gibt einen solchen Umgang problemlos her.

Gute Beschleunigung und hervorragendes Handling

Während die Elastizitätswerte des BMW Alpina B3 GT3 im Test nicht nennenswert vom Niveau der Serien-Brüder abweichen, sind das Beschleunigungsvermögen des minimal leistungsgesteigerten und abgespeckten, sowie aerodynamisch aufgerüsteten B3 und die mit normalen Straßenreifen im 18-Meter-Slalom erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit aller Ehren wert.
Mit 69,8 km/h rangiert der Sport-B3 schon sehr nahe an jenen 70 km/h, die bei sportbereiften Boliden das Maß der Dinge beschreiben - und ab denen es in der sport auto-Wertung die maximale Punktzahl gibt. Ein wenig fahrerisches Know-how ist jedoch auch in dieser Disziplin gefragt. Der bewusste Umgang mit dem Gaspedal ist nämlich durchaus angesagt, wenn der 1.583-Kilo- Sportler hurtig um die Hütchen wedeln soll.
Konstanz und Gleichmut bremsen den BMW Alpina B3 GT3 eher ein. Nur wer sein Auto als Playmate begreift und den rechten Fuß gefühlvoll hebt und senkt, wird mit Bestzeiten belohnt. Ganz Sportgerät eben.

Autor

Foto

Rossen Gargolov

Datum

6. Oktober 2012
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 05/2012.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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