Irmscher Peugeot RCZ im Einzeltest

Mehr Würze für das weichgespülte Coupé

Irmscher Peugeot RCZ

Der Peugeot RCZ wurde nicht als Querdynamik-Held gebaut und wird es mit dem aktuellen Konzept auch nie werden. Doch ein bisschen mehr Schmackes unter der Motorhaube und markantere Gesichtszüge stehen dem Franzosen gut, wie der Test des Irmscher-RCZ zeigt.

Egal, ob DTM-, Rallye- oder Straßenbolide - wo früher der Schriftzug Irmscher draufstand, war stets Opel drin. „Seit 2005 gehört neben Opel und verschiedenen Marken aus dem GM-Konzern auch Peugeot zu unserem Kerngeschäft“, erklärt Geschäftsführer Günther Irmscher. Neueste Kreation der Irmscher-Tuningsparte für Peugeot-Modelle, der sogenannten „RC-Line by Irmscher“, ist eine geschärfte Version des Peugeot RCZ 1.6 200 THP.

Würze für das optisch weichgespülte Coupé

Ein bisschen mehr Würze kann das optisch weichgespülte Coupé gut vertragen. Der Titel eines französischen Internetportals zum „European Gay Car of the Year 2011“ hat den RCZ in der Sportwagen-Gemeinde nicht unbedingt populärer gemacht. Wer nach den Tuning-Maßnahmen von Irmscher hinter dem Peugeot RCZ einen Kurvenschreck vermutet, der irrt. Doch es soll ja auch Haushalte geben, die neben Porsche 911 GT3 RS und anderen Querdynamik-Spielzeugen auch auf der Suche nach individualisierten Zweit- oder Drittwagen für die Gattin sind.

Sportliche Optik und dunkle Stimme

Für markantere Gesichtszüge installiert der Tuner aus Remshalden bei Stuttgart am Peugeot RCZ eine Frontspoilerlippe sowie zusätzliche Seitenschweller. Das Heck zieren neben einem Spoileraufsatz auch eine neue Heckschürze mit Diffusoroptik sowie ein neuer, vierflutiger Endschalldämpfer. Jetzt brüllt der Peugeot RCZ schon mal mit dunklerer Stimme. Nur zart besaitete Naturen vermerken bei hohem Tempo eine „unangenehme Frequenz“. Wer nicht auf soft, sondern auf eine Prise Sport steht, dem gefällt der neue Auspuff-Sound jedoch.

Irmscher-Peugeot RCZ ist stärker und schneller

Hunde, die bellen beißen nicht? Für den Irmscher-Peugeot RCZ gilt das nicht. Der Turbo-Reihenvierzylinder mit 1,6 Liter Hubraum greift mit 30 PS mehr an und kommt auf eine maximale Motorleistung von 230 PS (maximales Drehmoment: 320 statt 275 Nm). Die Tuning-Version reagiert zackiger auf Gasbefehle als das Serienmodell. Die Kraftenfaltung verläuft angenehm gleichmäßig und ohne spürbares Turboloch. Die Leistungssteigerung fällt nicht nur subjektiv, sondern auch bei der GPS-Messung auf. Der Irmscher-RCZ beschleunigt im Test in sieben Sekunden von null auf 100 km/h und ist damit sechs Zehntel schneller als das Serienmodell (Serie: 7,6 s).

Auch wenn der Prozentanteil der Peugeot RCZ-Besitzer, die mit ihrem Coupé zwischen Bremspunkten und Curbs hindurchfräsen, im Promillebereich liegen wird, brachte der Test-Ausflug mit dem Irmscher-Peugeot RCZ nach Hockenheim interessante Erkenntnise. Der Franzose mit süddeutschem Einschlag punktet wie schon das Serienmodell mit einer präzisen Lenkung und direktem Einlenkverhalten. Bei Lastwechseln schwingt das Heck sogar leicht mit. Dabei ist das Fahrverhalten auch mit abgeschaltetem ESP jederzeit narrensicher beherrschbar.

Für schnellere Rundenzeiten reicht es nicht

Ein lustloser Frontkratzer, der seine Antriebsachse durch nerviges Untersteuern bemerkbar macht, ist der Irmscher-Peugeot RCZ nicht. Das aktuelle Beispiel verrät jedoch auch, dass eine kleine Leistungssteigerung sowie eine moderate Fahrwerksänderung mit kürzeren Federn (minus 30 mm rundum) noch nicht der Schlüssel zu einer schnelleren Rundenzeit in Hockenheim sind. Mit 1.19,8 Minuten ist der Irmscher-Peugeot RCZ mit identischer Conti-Bereifung auf dem Kleinen Kurs exakt so schnell wie die Serienversion im Test. Im Falle des vermeintlichen Zweitwagens Peugeot RCZ ist das wohl kein Beinbruch. Wie schon am Anfang gesagt: In einigen Haushalten steht ja noch das eine oder andere Querdynamik-Spielzeug in der Garage rum.

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